Allgemein

Gemeindeblatt Juli 2020

In Indien heißt der Virus, welcher die Menschen tötet „Hunger“
…….und die dazu gehörende Impfung „Nahrung“

Die Wenigsten sprechen jedoch darüber, weil der nicht die „Wohlhabenden“ tötet.

Es gibt mehr als eine halbe Million Corona-Fälle in Indien. Eisenbahnwaggons sind entlang den Straßen als Notlazarette eingerichtet. Es fehlt an Personal und wer arm ist, was die meisten sind, muss ganz lange warten.

Unsere Fatima Schwestern sind Tag und Nacht im Einsatz. Medikamente und Masken werden verteilt. Den Dörfern liefern sie, vom Indischen Regenbogen gespendet, Reis, Mais, Öl und …. Trinkwasser.

In den staatlichen Krankenhäusern sind schon über 500 Ärzte gestorben.

In den abgelegenen ländlichen Regionen muss im Durchschnitt ein Arzt 11 000 Bewohner versorgen. Es gibt keine Krankenhäuser oder Intensivbetten. Die Krankenstationen der Fatima Schwestern sind überfüllt und für die Medikamente fehlt das Geld. Die vom Indischen Regenbogen den Schwestern  gekauften Motorroller  sind den ganzen Tag unterwegs, um die Kranken und Alten zu versorgen. Der Lockdown hält in den meisten Städten seit 15. März noch immer an. Wir selbst sind mit einer der letzten Maschinen am 15. März aus Indien ausgereist. Schon hier wurden alle Passagiere auf den Flughäfen COVID getestet. Von Agartala -Grenze zu Bangladesch- nach Kalkutta, haben wir tatsächlich das letzte Flugzeug bekommen, denn hier war bereits Lockdown. Als wir in Frankfurt aussteigen, waren wir sehr überrascht, denn hier wartet Niemand auf uns, um uns zu testen. Aber in Indien sind es einfach, mit 1,4 Milliarden gezählten Einwohnern, zu viele Menschen, um es nun in den Griff zu bekommen. Das Problem sind die ländlichen Gegenden, wo die Menschen kein Geld und keine Möglichkeit haben sich zu schützen. Die Städte sind zu weit entfernt. Meistens mehr als eine Tagesreise zur nächsten Stadt. Und Autos gibt es eh nicht. Fahrräder und Roller… mehr nicht.

Jiji Vattapparambi, Pfarrer einer deutschsprachigen Gemeinde in Delhi, spricht von einem Überlebenskampf wie noch nie dagewesen.

Es werden mehr Menschen an Armut sterben als an Corona. Man kann sich nicht erlauben zu erkranken.

Die Caritas-Mitarbeiter, In Deutschland arbeiten die Fatima Schwestern in Caritas Seniorenheimen als Krankenschwestern und Altenbetreuerinnen, leisten rund um die Uhr humanitäre Hilfe für die Armen in den Slums und abgelegenen Dörfern. Die als Taglohnarbeiter in die Umgebung ziehenden Inder haben keine Arbeit mehr. Auch die Spendenbereitschaft bleibt aus. Hier -wie in Indien- sowieso.

Wegen unserer eigenen „Corona-Lage“ können unsere diesjährigen Benefizkonzerte nicht stattfinden und natürlich fehlen uns diese Einnahmen sehr.

Und dann der Wirbelsturm Amphon, welcher mit 185 Stundenkilometer über Westbengalen raste. Auch hier fehlt das Geld um die schlimmen Schäden zu beheben.

Von den von uns betreuten Häusern wurden die Dächer in Sekunden abgehoben und zerstört. Die Ställe der Tiere wurden niedergerissen und die Tiere starben zum Großteil.

Hochwasser in Indien
Hochwasser in Indien
Der Virus erreicht Indien

Und nun tobt auch schon der Pre-Monsun. Unser Haus der Liebe in Rangia – Fatima Baalika Dayadhaam, steht im EG bis zur Hälfte unter Wasser. Das ganze Gemüse und Obst ist kaputt. Die Schwestern können sich und die Kinder nicht mehr mit der eigenen Ernte versorgen. Für Baroto und Nonspong haben wir Geld überwiesen, dass die Kinder wieder ein Dach über ihre Behausung gebaut bekommen können. Alle Dorfbewohner helfenmit zu bauen.

Die Bananen und Kokosbäume faulen von unten und kippen wie Streichhölzer um. Die Hasen und Hühner ertrinken. Manchmal sogar die Ziegen. Im Hochwasser schwimmen die Giftschlangen und werden zur Gefahr für die Kinder.

Wir erwarten eine große Seuche, denn die Menschen leben bei über 40 Grad in ihren feuchten Hütten. Haben kein sauberes Trinkwasser und nur wenig zu essen.

Vielen lieben Dank für die Geldspenden, welche immer wieder bei uns eingehen. Wir überweisen dieses Geld immer sofort 1:1 nach Indien zu den Fatima Schwestern.

Sobald es mir möglich ist, werde ich nach Indien fliegen, um zu sehen, wie wir helfen können.

Für jede weitere Spende sagen wir schon jetzt DANKE und wünschen allen Freunden und Spendern des Indischen Regenbogens, dass sie gesund bleiben.

Herzlichst
Ihre Alexandra Nowack