Reiseberichte

Reisebericht Mai 2017

Fatima Baalika Dayadhaam Haus für behinderte Straßenkinder

… call me if you are free, urgent. Schwester Ventura 8.Mai 2018 per WhatsApp
… ruf mich an, wenn du Zeit hat, es ist dringend.

Und es war dringend. Kurzfristig wurde entschieden, dass das Haus für behinderte Straßenkinder –Mädchen- am 18. Mai 2017 eröffnet wird.
Anwesend sollen Minister, Fatima Schwestern von Northeast, Bischof, Erzbischof von Guwahati und Kardinal von Delhi sein. Und da auch der Indische Regenbogen e.V. ein großer Sponsor ist, natürlich auch ein Vertreter dieser Organisation.

Also buchte ich meine Flüge und am 15. Mai um 22.30 Uhr startete Mein Flug von Frankfurt über Abu Dhabi – Delhi – Kalkutta nach Guwahati. Genau 32 Stunden dauerte meine Reise. Als ich am Mittwoch Fatima Baalika Dayadhaam sah, dachte ich mich trifft der Schlag.
Die Bauarbeiten waren noch voll m Gange, es war noch nichts geputzt und den Zimmern fehlten sämtliche Türen.

Ganz schnell war mir klar, dass auch ich Hand anlegen musste. Donnerstag, 18.Mai 2017 um 10 Uhr sollte der Kardinal und der Erzbischof alle Räume segnen.

Die Schwestern zeigten mir, um mich wohl zu beruhigen, erst einmal die Ziege Lilly, welche wir dem Boardinghouse im Januar kauften.

Kie zweite Ziege ist gerade trächtig und musste in Ruhe gelassen werden.

Die Kinder bekommen nun jeden Morgen ein Glas Ziegenmilch, was eine großen Bedarf an Vitaminen abdeckt.

Die Mädchen und ich begannen mit dem Aufräumen der Außenanlage. Die Inder sind sehr großzügig. Eine wunderschöne Palme wurde einfach gefällt, weil Schwester Ventura entschied, dass diese hier nicht ins Bild passen. Für das kommende Weihnachtsfest muss eben ein neuer Baum gepflanzt werden.

Überall wuselten Arbeiter und man sah wirklich den Fortschritt nicht minutenweise sondern Sekundenweise. Das einzige Problem war, dass die Fatima Schwestern Mädchen nicht ins Haus lassen solange die Bauarbeiter arbeiteten. Das war zum Schutz der Mädchen.

Die Blicke der Männer sollten keinesfalls die Mädchen erreichen.

Das bedeutete, dass wir bis tief in die Nacht arbeiten mussten. Denn die Arbeiter verließen erst nach 22 Uhr das Haus.

Um die zeit zu überbrücken, fuhr ich in das Kinderheim nach Baganpara. Im Gepäck hatte ich 100 gespendete Zahnbürsten und 200 kleine Ritter Sport Schokotäfelchen für die Kinder. Man glaubt es nicht, wie ein Kind sich über eine Zahnbürste freuen kann.

Die Arbeiter waren weg und die Mädchen, alle Fatima Schwestern und ich begannen das Haus zu putzen.

Mit kaltem Wasser, auf Knien, ohne Strom – d.h. ohne Licht. Wir hatten lediglich eine Bauleuchte.

Vielen Dank lieber Florian, dass du es so schnell entworfen und gefertigt hast.
Wir haben dieses Hochglanzplakat dreimal herstellen lassen und ich habe es mitgenommen. Die Plakate sind jeweils 100 x 60 cm.

Nachdem wir bis 2 Uhr morgens putzten und ab 5 Uhr wieder, konnten die Gäste anreisen.
Fatima Baalika Dayadhaam konnte pünktlich gesegnet und eröffnet werden.

Der Kardinal und der Bischof segnen die Fatima Baalika Dayadhaam Kerze, welche ich extra im Kloster Lichtental anfertigen ließ. Zuerst wurde die Kerze auch bei uns im Kloster Lichtental gesegnet. Die Kerze steht nun auf dem Altar in der Kapelle und wird bei jedem Rosenkranz angezündet zur Erinnerung an den „Spender“ Indischer Regenbogen. Auf der Kerze habe ich in goldenen Buchstaben „Fatima Baalika Dayadhaam 2017“ anbringen lassen. Auf der Vorderseite sind goldene Rosen. Das Symbol der Mutter Gottes = Fatima

Es war eine schöne und einfache Feier. Nach einem einstündigen Segensgottesdient und einem gemeinsamen Mittagessen von 200 Gästen war alles vorbei und die Arbeiter legte wieder los.

Wir schnippelten stundenlang Gemüse. Ich allein je 5 kg Zwiebeln, Karotten, Tomaten und Gurken in kleine Würfel für einen Salat.

Gemüse schneiden

Nach der Feier konnte ich den Schwestern noch mitteilen, dass ich noch 800 € Spendengelder für Fatima Baalika Dayadhaam im Gepäck habe.
Hierfür werden zwei Kühe gekauft.

Die Schwestern sind überglücklich darüber und die kleine Farm wächst weiter.

Ab Juli werden wir die ersten Kinder aufnehmen können. Im November werden wir wieder hinfliegen und hoffen weitere Spendengelder zu haben, um die Therapieräume einrichten zu können.

Und natürlich suchen wir auch Paten für die Mädchen,  welche in diesem Haus ein neues Zuhause finden.

Bevor ich gegen 4 Uhr mit dem Jeep wieder Richtung Flughafen gebracht wurde, konnte ich noch zwei Frauen einstellen, welche sich „ Rund um die Uhr“ um das Haus, die Kinder und die Räumlichkeiten kümmern werden.

Zufrieden mit der Arbeit in den letzten drei Jahren flog ich wieder heim.

Ich bedanke mich bei allen Helfern, Spendern, Paten und Fatima Schwestern für die Hilfe und hoffe, dass wir uns lange um Fatima Baalika kümmern können.

Den behinderten Straßenkindern wünsche ich alles Gute in ihrem neuen Zuhause. Eine glückliche Kindheit und eine erfolgreiche Erziehung und Schulausbildung.

Liebe Grüße und Namaste

Auch im Namen der Fatima Schwestern

Ihre Alexandra Nowack

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